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21.08.2026
81. Vuelta, Vorschau, Extra Stefan Küng: Stefan Küng: "Irgendwann dachte ich: Das wars"

Stefan Küng ist zurück. Nicht nur im Rennsattel, sondern auch wieder auf einem Niveau, auf dem er sich etwas zutraut. Ein halbes Jahr nach seinem Oberschenkelbruch startet er am Samstag zur Vuelta.

Es war ein Sturz mit weitreichenden Folgen. Ende Februar war Stefan Küng im belgischen Eintagesrennen Omloop Het Nieuwsblad unterwegs, als bei den Kopfsteinpflaster-Passagen sein Vorderrad wegrutschte. Er schlug unglücklich auf dem Pavé auf und brach sich den Oberschenkelknochen. "Als ich aufstehen wollte, merkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte", erzählt der 32-Jährige in einem Videobeitrag seines Teams Tudor.

Sechs Wochen lang durfte er das linke Bein überhaupt nicht belasten. Die Muskulatur musste danach praktisch neu aufgebaut werden. Zwei- bis dreimal pro Woche arbeitete Küng in Uzwil mit seinem Physiotherapeuten an Kraft und Beweglichkeit. "Ich habe ganz unten angefangen", sagt er. Umso bemerkenswerter ist, wo er fünf Monate später steht.

Denn zwischenzeitlich hatte Küng sogar um seine Karriere gefürchtet. "Irgendwann dachte ich: Das wars!" Er kontaktierte Fahrer, die einen ähnlichen Bruch erlitten hatten. Einige erzählten ihm, es habe zwei Jahre gedauert, bis sie wieder ihr normales Niveau erreicht hätten. "Ich bin 32. Da dachte ich: Wow, meine Karriere ist fast vorbei."

Inzwischen sind diese Gedanken für Küng weit weg. Er akzeptierte nach rund zwei Wochen die Situation und begann, seine Fortschritte vom Tag der Operation aus zu messen. "Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, sage ich immer: grossartig", erzählt er. Schliesslich gehe es ihm verglichen mit jenem Tag sehr gut.

Wie gut er sich tatsächlich fühlte, zeigte sich am 9. August. Bei der Polen-Rundfahrt kehrte Küng auf die internationale Bühne zurück und gewann gleich das abschliessende Zeitfahren. Es war sein erster Sieg auf Stufe World Tour seit dem Schlusszeitfahren der Vuelta im September 2024. Der Erfolg war der Lohn für Monate harter Arbeit und die Bestätigung, dass der Thurgauer wieder konkurrenzfähig ist.

Nun führt Küngs Weg nach Monaco. Dort beginnt am Samstag die Vuelta - wiederum mit einem Zeitfahren, also seiner Paradedisziplin. Für den zweifachen Europameister sind die 9,4 km auf einem kurvigen, technisch anspruchsvollen Circuit im Fürstentum der nächste wichtige Test auf dem Weg zurück zu seiner früheren Leistungsfähigkeit.

Noch vor wenigen Monaten hatte er befürchtet, seine Karriere könnte vorbei sein. Nun kann er sich wieder mit den Besten der Welt messen. Ja, er sieht für sich sogar "eine Chance auf den Sieg", wie er im Videointerview am Tag vor dem Vuelta-Auftakt erzählt. Gleichzeitig relativiert Küng seine Ansage auch wieder, in dem er von einem "sehr offenen Zeitfahren mit zahlreichen Favoriten" spricht. Namentlich zählt der Thurgauer dabei Mads Pedersen, Wout van Aert, Joshua Tarling und Tadej Pogacar auf.

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