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02.05.2025
Tour de Romandie, 3. Etappe, Text: Späte Attacke bringt Vine den Sieg, Küngs lange Flucht unbelohnt

Der Australier Jay Vine gewinnt die 3. Etappe der Tour de Romandie, die von einer langen, aber letztlich erfolglosen Flucht von Stefan Küng geprägt war. Der Franzose Alex Baudin verteidigt vor der Königsetappe vom Samstag sein Leadertrikot erfolgreich.

Mit einer späten Attacke sorgte Jay Vine am Freitag im coupierten Teilstück mit Start und Ziel in Cossoney bereits für den 18. Saisonsieg des Teams UAE Emirates von Überflieger Tadej Pogacar. Der Australier griff im kurzen Schlussanstieg an, distanzierte die Konkurrenz und rettete am Ende zwei Sekunden seines Vorsprungs ins Ziel. Der Franzose Lenny Martinez meisterte den Sprint des heranbrausenden Feldes. Remco Evenepoel, der als erster Anwärter auf den Gesamtsieg gilt, kam nach 183 km als Siebenter ins Ziel.

Der grosse Animateur des Tages war mit Stefan Küng jedoch ein Schweizer. Der Thurgauer, der 2019 für den letzten einheimischen Sieg in der Westschweizer Rundfahrt besorgt war, riss schon früh zusammen mit zwei Niederländern aus. Auf dem gut 14 km langen Weg hoch zum Col de Mollendruz, dem letzten kategorisierten Anstieg des Tages, schüttelte Küng zunächst Bauke Mollema und dann auch Huub Artz ab. Den Bergpreis passierte er mit gut zwei Minuten Vorsprung auf das Feld.

In der anschliessenden Abfahrt hielt sich Küng noch gut, aber im flachen Stück vor dem Schlussanstieg schmolz der Vorsprung des Zeitfahrspezialisten kontinuierlich, weil sich hinten die Teams gut formierten. Es war ein einsamer und letztlich erfolgloser Kampf gegen den Gegenwind und das heranbrausende Feld, der für Küng 11 km vor dem Ziel mit der Einholung ein Ende nahm.

Küng büsste hinten raus für seine enormen Anstrengungen während der ganzen Etappe: "Ich hatte Krämpfe, die mich daran gehindert haben, das Pedal so zu treten, wie ich es wollte", erklärte der Schweizer Zeitfahr-Meister, fügte aber an, dass es ohnehin schwierig geworden wäre. "Auf Strassen wie diesen ist es immer einfacher für ein Peloton, das Schwung hat. Aber wer nichts wagt, gewinnt nichts."

Die nächste Chance auf seinen ersten Saisonsieg winkt Küng am Sonntag im abschliessenden Zeitfahren in Genf. Zuerst gilt es allerdings, die schwere Bergetappe vom Samstag mit der Zielankunft auf 2090 Metern Höhe im Walliser Skigebiet Thyon 2000 zu meistern. Insgesamt werden auf den 127 km durchs Wallis über 4000 Höhenmeter zurückgelegt. Für Küng gilt es, im Hinblick auf das Zeitfahren Kraft zu sparen. "Ich werden versuchen, die Etappe so langsam wie möglich zu absolvieren."

Ganz vorne hingegen wird die Post abgehen und womöglich bereits eine Vorentscheidung im Kampf um das Gesamtklassement fallen. Alex Baudin jedenfalls wird stark gefordert sein, um sein am Donnerstag erobertes Leadertrikot erneut erfolgreich zu verteidigen. Der Franzose erreichte das Ziel der 3. Etappe als 22. zeitgleich mit den anderen Favoriten.

mit weiterem Quote von Küng ergänzt (neuer Abschnitt vor letztem Zwischentitel)

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