10.10.2026
World Tour, Lombardei-Rundfahrt, Text: Triumph-Fahrt von Jungstar Seixas zum Rekord
Der eben erst 20-jährig gewordene Franzose Paul Seixas feiert an der 120. Lombardei-Rundfahrt seinen grössten Erfolg und gewinnt in Como solo das letzte Radsport-Monument des Jahres - als jüngster Fahrer der Geschichte.
Phänomenaler Paul Seixas! Nur sechzehn Tage nach seinem 20. Geburtstag fährt der Franzose aus Lyon seine Gegner eindrücklich in Grund und Boden. Gut 20 km vor dem Ziel lässt er am zweitletzten Hindernis, dem Civiglio mit durchschnittlich 9,7 Prozent Steigung, alle stehen und triumphiert beim Herbstklassiker in Norditalien 48 Sekunden vor dem spanischen Vuelta-Sieger Enric Mas und 1:05 Minuten vor dem Italiener Giulio Ciccone.
In Abwesenheit des Dominators Tadej Pogacar, der die Lombardei-Rundfahrt zuletzt fünfmal in Folge gewonnen hatte, kürte sich Seixas zum jüngsten Sieger der Geschichte. Nur drei Fahrer waren bei ihrem Sieg bei einem der fünf Radsport-Monumente noch jünger, jedoch keiner seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Pogacar musste seine Saison nach einem Schlüsselbeinbruch an der Vuelta frühzeitig beenden.
"Es fühlt sich noch unwirklich an, wie ein Traum", meinte Seixas in einer ersten Reaktion. Ihm wird seit geraumer Zeit zugetraut, dereinst auch Pogacar herausfordern zu können. Er ist jetzt noch zwei Jahre jünger als der Slowene bei dessen erstem Sieg bei einem der fünf Monumente.
Der Topfavorit Remco Evenepoel fuhr eine Woche nach seinem Sieg an der EM mit 1:20 Minuten Rückstand als Vierter und Bester einer ersten kleinen Verfolgergruppe ins Ziel. Die beiden Schweizer Roland Thalmann (88.) und Jan Christen (aufgegeben) spielten keine Rolle.
Zu Beginn des Rennens hatten die Fahrer protestiert und den Start in Bergamo um fünf Minuten verzögert, um auf ihre Sicherheitsbedingungen während der Rennen aufmerksam zu machen. Der Belgier Evenepoel ergriff als Sprecher der Fahrer das Mikrofon, um den Grund für diesen kleinen Protest zu erklären.
"Es gibt zu viele Unfälle mit Fahrzeugen bei Radrennen. Ein Bruder und ein Kollege haben ihr Leben verloren", sagte der zweifache Olympiasieger von Paris. "Wir wollen ein Zeichen setzen. Wir können nicht akzeptieren, dass Fahrer bei dem, was sie am meisten lieben, verletzt werden oder sterben."
"Allein in dieser Woche ereigneten sich mehrere Zwischenfälle mit Fahrzeugen auf Rennstrecken. In diesem Sommer verlor man tragischerweise ein Leben aufgrund genau dieser Art von Versagen. Das werden wir nicht länger hinnehmen", erklärte die Fahrergewerkschaft CPA in einer Pressemitteilung. Sie forderte den Radsportweltverband UCI auf, die Rennveranstalter zu drängen, "Verantwortung zu übernehmen" und "Massnahmen zu ergreifen".
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