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03.07.2026
113. Tour de France, Pogacar/Vingegaard: Das ewige Duell geht in die nächste Runde

Seit fünf Jahren dreht sich an der Tour de France praktisch alles um das Duell zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard. Vieles deutet darauf hin, dass sich daran auch in diesem Jahr nichts ändern wird.

Die Geschichte der Tour de France lebt von grossen Rivalitäten: Gino Bartali gegen Fausto Coppi, Raymond Poulidor gegen Jacques Anquetil, Greg LeMond gegen Laurent Fignon oder Andy Schleck gegen Alberto Contador. Doch keine dieser Duelle prägte die Grande Boucle derart konsequent wie jenes zwischen Pogacar und Vingegaard. Seit 2021 belegen die beiden Ausnahmekönner ausnahmslos die ersten beiden Plätze der Gesamtwertung - ein Novum in der 123-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt.

2021 gewann Pogacar seine zweite Tour vor Vingegaard. Der Däne revanchierte sich mit den Gesamtsiegen 2022 und 2023, ehe der Slowene 2024 und 2025 zurückschlug. Der Drittplatzierte lag dabei jeweils mehr als neun Minuten zurück - ein Ausdruck der Überlegenheit des Duos.

Auch in diesem Jahr gelten Pogacar und Vingegaard als die klaren Favoriten. Erstmals seit 2022 starten beide ohne grössere gesundheitliche Rückschläge in die dreiwöchige Rundfahrt.

Pogacar war 2023 nach einem Handgelenkbruch in der Vorbereitung gehandicapt. 2024 fehlte Vingegaard nach seinem schweren Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt die nötige Rennhärte, und 2025 erlitt der Däne bei Paris-Nizza eine Gehirnerschütterung.

"Es ist drei Jahre her, seit ich die Tour gewonnen habe. Seitdem musste ich einige Rückschläge verkraften. Es hat Zeit gebraucht, bis ich wieder ganz der Alte war. Jetzt fühle ich mich sogar stärker als zuvor", sagt Vingegaard.

Tatsächlich erlebt der Captain des Teams Visma-Lease a Bike die erfolgreichste erste Saisonhälfte seiner Karriere. Zwölf Siege stehen bereits zu Buche. Nach dominanten Erfolgen bei Paris-Nizza und der Katalonien-Rundfahrt gewann er auch den Giro d'Italia eindrücklich, inklusive fünf Etappensiegen. Damit wurde er erst der achte Fahrer der Geschichte, der alle drei Grands Tours gewinnen konnte.

Nun nimmt er - wie Pogacar im vergangenen Jahr - das prestigeträchtige Giro-Tour-Double ins Visier. "Ich habe grosses Vertrauen in mich selbst, und das überträgt sich auf das ganze Team. Alle glauben an unseren Plan und daran, dass wir die Tour erneut gewinnen können", betont der Däne.

Auch der Australier Michael Storer, der im Trikot des Schweizer Tudor-Teams Vingegaards Dominanz beim Giro aus nächster Nähe erlebte, traut ihm den Toursieg zu: "Der Giro war für ihn vergleichsweise locker. Ich glaube, bei der Tour wird er sogar noch stärker sein. Wenn ich wählen müsste, würde ich dieses Jahr auf Vingegaard setzen."

Doch gegen Pogacar zu wetten, bleibt riskant. Der Weltmeister der letzten beiden Jahre präsentiert sich stärker denn je. Nach einer nahezu perfekten Klassiker-Saison mit Siegen bei Strade Bianche, Mailand-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich sowie dem 2. Platz bei Paris-Roubaix dominierte der Slowene auch die Tour de Romandie und die Tour de Suisse. Seine Bilanz ist beeindruckend: 13 Siege in nur 16 Renntagen.

Entsprechend selbstbewusst reist Pogacar zur Tour. Er sei "noch stärker" als im Vorjahr, sagt der 27-Jährige, was die Konkurrenz natürlich beeindruckt. Der Niederländer Mike Teunissen meint sogar: "Pogacar könnte zehn Etappen der Tour gewinnen, wenn er wollte."

Bereits 21 Etappensiege in der prestigeträchtigsten Rundfahrt der Welt stehen auf seinem Konto; das bedeutet Rang 6 in der ewigen Bestenliste. Selbst Rekordhalter Mark Cavendish scherzt inzwischen, Pogacar solle es doch etwas ruhiger angehen. Die Bestmarke des inzwischen zurückgetretenen Briten liegt bei 35 Etappensiegen.

Vor allem aber kann der Slowene in diesem Jahr Geschichte schreiben. Mit einem fünften Gesamtsieg würde er zu Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufschliessen - den einzigen Fahrern mit fünf Tour-Triumphen.

Der Weg dorthin dürfte allerdings erneut über Jonas Vingegaard führen. Die beiden begegnen sich im Verlauf der Saison nur selten. Doch im Juli bleibt der Däne Pogacars grösster und bislang einziger echter Rivale.

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