30.08.2026
WM Val di Sole, Cross-Country, Text: Sina Frei lässt der Konkurrenz keine Chance
Gold und Bronze bei den Frauen: An der WM in Val di Sole fährt Mountainbikerin Sina Frei souverän zu Gold im Cross-Country. Nicole Koller wird Dritte.
Für Sina Frei ist die Goldmedaille an der WM die Krönung einer bereits sehr starken Saison. An der Europameisterschaft holte sie vor wenigen Wochen sowohl im Short Track als auch im Cross-Country den Titel.
Von Beginn an dominierte die Zürcherin das Rennen am frühen Sonntagnachmittag. Die Schwedin Jenny Rissveds, die im Vorfeld als grösste Konkurrentin von Frei gehandelt worden war, konnte schon früh nicht mehr mit der 29-Jährigen mithalten und wurde wegen eines Defekts am Hinterrad in der dritten Runde endgültig aus dem Medaillenrennen geworfen.
Eine Weile lang heftete sich die Italienerin Martina Berta an Freis Hinterrad. Je länger das Rennen dauerte, desto mehr setzte sich die spätere Weltmeisterin jedoch von ihren Gegnerinnen ab. Frei ist nach Silvia Fürst 1992 und Jolanda Neff 2017 die dritte Schweizerin, die im olympischen Cross-Country WM-Gold gewinnt.
Berta belegte schliesslich den 2. Platz. In einem packenden Sprint setzte sie sich gegen Nicole Koller durch und verhinderte damit einen Schweizer Doppelsieg in Italien. Die Bronzemedaille ist für Koller dennoch der grösste Erfolg ihrer Karriere.
Am Donnerstag hatte Frei im Short Track noch Bronze geholt. Damit machte sie es in diesem Jahr genau umgekehrt wie an der WM 2021: Damals gewann sie Gold im Short Track und Bronze im Cross-Country - ebenfalls in Val di Sole. "Es ist der Wahnsinn", fasste Frei ihre eindrückliche Medaillensammlung in den italienischen Alpen zusammen.
Sie habe versucht, in den Anstiegen zu pushen und sich in den Abfahrten zu erholen, erklärte Frei im Interview mit SRF. "Es ist eine feine Linie: Du musst Druck auf den Pedalen haben, dich aber nicht 'abschiessen'. Dass mir das so gut gelungen ist, ist einfach cool."
Während Koller, die in dieser Saison oft knapp am Podest vorbeigefahren war, davon sprach, dass sich der 3. Platz "fast wie ein Sieg" anfühle, musste Alessandra Keller eine Enttäuschung verkraften. Die letztjährige Bronze-Gewinnerin musste das Rennen wegen Problemen mit der Radkette zweimal unterbrechen und landete lediglich auf Platz 13.
Bei den Männern bildeten die Briten Thomas Pidcock und Charlie Aldridge lange ein Führungsduo. Pidcock, der Olympiasieger von 2021 und 2024, setzte sich in der zweitletzten Runde von Aldridge ab, der vier Wochen nach seinem EM-Titel den nächsten Triumph verpasste. Für den 27-jährigen Pidcock ist es der zweite Weltmeistertitel nach 2023 in Glasgow.
Das Podest komplettierte überraschend Cole Punchard, der im Vorjahr bei den U23 noch Silber gewonnen hatte. Der 22-jährige Kanadier liess unter anderem die ambitionierten Franzosen Adrien Boichis (5.), Mathis Azzaro (6.), Jordan Sarrou (11.) und Luca Martin (12.) hinter sich.
Die Schweizer hatten mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun, erzielten mit drei Plätzen in den Top 10 aber ein ansprechendes Resultat. Dario Lillo, Filippo Colombo und Fabio Püntener klassierten sich in den Rängen 7 bis 9.
In der höchsten Nachwuchskategorie gab es für die Schweiz ebenfalls WM-Medaillen zu bejubeln: Anina Hutter und Monique Halter gewannen bei den U23-Athletinnen Silber und Bronze. Bei den U23-Athleten fuhr Nicolas Halter wie seine Schwester Monique auf Platz 3.
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